Erasmus+
Ein Projekt, finanziert von der EU - In den Fußstapfen des  Erzherzog Johann

"Innovative Praktiken des allgemeinen und fachspezifischen Lesens im europäischen Vergleich!

Rumänien

Thema dieses Projektes ist das Lesenlernen und die Internationalisierung: Gruppen bestehend aus BildungsexpertInnen aus allen Regionen der Steiermark konnten nach Südtirol und Siebenbürgen reisen und dürfen den dortigen KollegInnen beim Unterricht zuschauen, sich mit den KollegInnen austauschen oder selbst unterrichten. Innerhalb  der Reisegruppe wurden die  Erfahrungen diskutieren.
Erkenntnisse mit den anderen Reisegruppen wurden geteilt und mit nach Hause in die Steiermark gebracht.  Der europäische Austausch konnte die teilnehmenden Schulen auf ihrem Weg zu Internationalisierung und interkultureller Achtsamkeit bestärken.

 Anfang März reiste Frau Margarete Müller mit 9 weiteren TeilnehmerInnen aus der Steiermark (Lehrerinnen, Direktorinnen und PflichtschulinspektorInnen) nach Sibiu (Hermannstadt) in Rumänien.
Wir wurden sehr herzlich von der Gastschule aufgenommen und konnten am Vormittag den Unterricht in der zugeteilten Klasse beobachten. Ein besonderer Schwerpunkt dieser Schule ist der Deutschunterricht. Mit 6 Jahren werden die Kinder, die zuvor einen deutschsprachigen Kindergarten besucht haben,  wie bei uns eingeschult. Sie besuchen aber dann eine Vorschulklasse, in der Deutsch und Rumänisch gesprochen werden. Im zweiten Schuljahr lernen die Kinder zuerst in Deutsch lesen und schreiben. Rumänisch und Englisch werden in diesem Schuljahr nur gesprochen. Erst in der dritten Schulstufe wird auch Rumänisch gelesen und geschrieben. Die Volksschule dauert dann 5 Jahre. Die Kinder mit deutscher Muttersprache an dieser Schule sind in der Minderheit (5%-10%).

Beachtlich waren die Sprachkenntnisse in Deutsch von Kindern mit nicht deutscher Muttersprache in der 1. Klasse. Nach dem Unterricht tauschten wir uns mit dem Schulteam der Schule Hermannstadt aus.
Am Nachmittag zeigten uns die Gastlehrerinnen die Kulturschätze der näheren Umgebung.

Noch vor Ort reflektierten wir unsere Eindrücke und verfassten ein Gruppenprotokoll.
     

An der VS Pölfing-Brunn sind wir darauf bedacht, weiter Kontakt
mit der Volksschule Hermannstadt zu halten. In der Zwischenzeit haben wir persönliche Briefe unserer SchülerInnen nach
Hermannstadt geschickt.


Bozen
   


Im Zuge des Erasmus Projektes reiste ich vom 4. bis 8. April nach Bozen in Südtirol/ Italien. Unser Reiseteam bestand aus 2 Kolleginnen aus der Obersteiermark, einer Schulpsychologin und mir. Wir durften am Unterricht in der deutschen Volksschule Gries teilnehmen. Dies ist eine Schule mit rund 400 Kindern. In Südtirol ist es so, dass der Großteil der Schüler an einer deutschen Schule auch Deutsch als Muttersprache hat.

Da die Menschen jedoch wissen, dass es in Südtirol für das Berufsleben sehr wichtig ist, deutsch und italienisch zu sprechen, wird der Anteil der italienisch sprechenden Schüler immer größer.

In Italien dauert die Grundschule 5 Jahre und ich durfte am Unterricht in einer 4. und 5. Stufe mit insgesamt 40 Schülern mit reformpädagogischer Ausrichtung teilnehmen. Die Kinder arbeiten hier vollkommen frei nach Plänen und ich war sehr beeindruckt, wie gut das klappt. Ich muss aber dazu sagen, dass ständig 3 Lehrer anwesend waren.

Die Schüler haben pro Woche 29 Unterrichtsstunden, diese beinhalten 5 Italienisch- und 3 Englischstunden.

Kinder, die weder Deutsch noch Italienisch als Muttersprache haben, besuchen 6,5 Stunden pro Woche einen Sprachunterricht. Dadurch erlernen sie Deutsch natürlich sehr rasch.


Alles in allem war es eine sehr lehrreiche und beeindruckende Woche für mich.

Auch zwischen meiner zweiten Klasse und den Kindern in Italien besteht schon brieflicher Kontakt.

Bettina Stahl